Gute Qualität hat ihren Preis

Große Entfernungen, andere Währungssysteme, Rechtsordnungen und Handelsbräuche sowie unvorhersehbare politische und wirtschaftliche Einflüsse können die Vertragsabwicklung erschweren. Im Laufe der Jahre haben sich international anerkannte Zahlungsbedingungen entwickelt. Lieferverträge werden nach einheitlichen Richtlinien erstellt.

Zahlungsbedingungen

Wenn Sie Handel mit dem Ausland treiben, sind Sie vielleicht bereits mit internationalen Zahlungsbedingungen vertraut. Wenn Sie erst vorhaben Ware zu importieren oder zu exportieren, kann Ihnen das folgende Merkblatt einen Überblick über die wichtigsten Zahlungsbedingungen geben. Zu unterscheiden sind nichtdokumentäre und dokumentäre Zahlungsbedingungen.

Nichtdokumentäre Zahlungsbedingungen

Vorauszahlung

Der Importeur bezahlt den Betrag in voller Höhe vor Erhalt der Ware.

Anzahlung

Der Importeur bezahlt einen Teil des Betrags vor Erhalt der Ware.

Zahlung bei Lieferung c. o. d.

Die Zahlung wird bei Auslieferung durch den Spediteur oder Frachtführer eingezogen. Als Zahlungsmittel kommt nicht nur Bargeld, sondern auch eine quittierte Banküberweisung in Frage.

Zahlung gegen offene Rechnung

Die Ware wird vor Zahlung ohne Sicherstellung versendet. Der Importeur begleicht die Rechnung durch Scheck, Überweisung oder Wechsel entweder nach Erhalt der Lieferung, nach Erhalt der Rechnung oder unter Inanspruchnahme eines offenen Zahlungsziels.

Dokumentäre Zahlungsbedingungen

Ein Dokumenten-Inkasso ist der Auftrag eines Exporteurs an seine Bank, dem Importeur gegen Zahlung oder Akzeptierung eines Wechsels bestimmte Dokumente zu übergeben. Diese Exportdokumente berechtigen ihn, die gelieferte Ware zu übernehmen. Der Exporteur kann die Ware nicht direkt an den Käufer versenden, sondern sie verbleibt beispielsweise im Lager eines Spediteurs oder im Zoll-Lager.

Dokumente gegen Zahlung d/p

Die Übergabe der Dokumente erfolgt gegen sofortige Zahlung des Kaufpreises in voller Höhe.

Dokumente gegen Akzept d/a

Bei dieser Zahlungsform erhält der Importeur die Versanddokumente gegen Akzeptierung eines vom Exporteur auf ihn gezogenen Wechsels.

Dokumenten-Akkreditiv LC

Der Exporteur bekommt den vereinbarten Kaufpreis von einer Bank, sobald er bestimmte Versanddokumente dort einreicht. Das Geld treibt die Bank später beim Importeur bzw. dessen Bank ein.

 

Über Dokumenten-Akkreditiv erfahren Sie mehr unter:

http://www.tis-gdv.de/tis/bedingungen/akkreditiv/inhalt.htm

oder

http://www.finanz-lexikon.de/akkreditiv_839.html

Preise, Rabatt, Skonto

Um im Geschäft zu bleiben, müssen Unternehmen ihre Preise ständig den Markterfordernissen anpassen. Durch ein auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtetes Angebot motivieren sie zu einer schnellen Kaufentscheidung. Kunden versuchen üblicherweise die Angebote zu verhandeln und Preisnachlässe zu erzielen.

Das macht auch Herr Elbel, der als Einkäufer im Hotel Europa arbeitet. Er sucht einen neuen Lieferanten für Hygieneartikel. Er hat vor Frühstücks-Servietten, Toilettenpapier und Kosmetiktücher zu kaufen. Gerade spricht er mit Herrn Möller, der die Firma Hygrocare vertritt. Er hat zwar von ihm ein günstiges Angebot bekommen, trotzdem möchte er noch um die angegebenen Preise verhandeln. Lesen Sie das Gespräch.

Herr Möller:

Hygrocare GmbH, Paul Möller am Apparat.

Herr Elbel:

Guten Tag Herr Möller, hier ist Günther Elbel vom Hotel Europa. Ich rufe wegen Ihres Angebots an.

Herr Möller:

Guten Tag Herr Elbel, ich freue mich über Ihren Anruf. Hat Ihnen unser Angebot zugesagt? Haben Sie sich schon für bestimmte Produkte entschieden?

Herr Elbel:

Nun, wissen Sie, Ihr Angebot entspricht grundsätzlich meinen Vorstellungen und Anforderungen. Ihre Produkte haben eine gute Qualität, aber die Preise finde ich viel zu hoch. Sie sollten Ihre Kalkulation nochmals überprüfen, wenn Sie einen Auftrag von mir wollen.

Herr Möller:

Also wenn ich Sie recht verstehe, können wir ins Geschäft kommen, weil Ihnen unsere Produkte und insbesondere die Qualität entsprechen. Ich verstehe Ihren Wunsch bezüglich des Preises. Ich muss Sie aber darauf aufmerksam machen, dass unser Stückpreis zu den günstigsten auf dem Markt gehört. Allerdings wäre es möglich auf entsprechende Stückzahlen einen Mengenrabatt zu geben. Wenn Sie in Palettengrößen bestellen, gebe ich Ihnen auf die angebotenen Preise 5 % Rabatt.

Herr Elbel:

Aha, ehrlich gesagt, habe ich mit einem höheren Rabatt gerechnet.

Herr Möller:

Das ist jedoch unsere unterste Preisgrenze. Diese Qualität bekommen Sie nirgends billiger.

Herr Elbel:

Gut, ich habe vor Frühstücks-Servietten, Toilettenpapier und Kosmetiktücher zu bestellen, und zwar in Palettengrößen. Ich erwarte mir jedoch einen Rabatt von 10 %.

Herr Möller:

Also gut, Sie sind ein Einkäufer, der offensichtlich sein Handwerk versteht. Ich bin einverstanden.

Herr Elbel:

Und wie wäre es mit einem Skonto?

Herr Möller:

Wir bieten Ihnen einen Skonto von 2 % bei Zahlung innerhalb 8 Tagen, oder 30 Tage netto.

Herr Elbel:

Ich denke, dies hört sich recht vernünftig an. Ich schicke Ihnen noch heute unsere Bestellung. Auf Wiederhören.

Herr Möller:

Auf Wiederhören.

Stehen Sie gerade mit Ihren Lieferanten in Verhandlung und müssen Sie sich bezüglich der Preise entscheiden? Dann kann Ihnen das oben angeführte Gespräch eine Hilfestellung geben, wie Sie fortgehen können.

Die Rechnung

Wichtig!

Wenn Sie Ihre Geschäfte mit österreichischen Geschäftspartnern führen, berücksichtigen Sie, dass es in Österreich drei Steuersätze gibt. Und zwar den Normalsteuersatz von 20 %, den ermäßigten Steuersatz von 10 % bei Lebensmitteln, Büchern, Zeitungen, landwirtschaftlichen Produkten usw., und einen speziellen ermäßigten Steuersatz von 12 % für den Ab-Hof-Verkauf von Wein. Weiter gibt es die deutschen Steuersätze von 19 % bzw. ermäßigt 7 % für Jungholz (Tirol) und Mittelberg (Vorarlberg), da diese Gemeinden zollrechtlich zu Deutschland gehören.