Mitarbeiterbewertung

In guten Unternehmen werden die Leistungen der Mitarbeiter regelmäßig bewertet, um danach über ihre künftige Entlohnung und ihr berufliches Fortkommen zu entscheiden.

Die Mitarbeiterbewertung besteht in der Beurteilung des Verhaltens der Mitarbeiter und der Analyse ihrer Arbeitsleistung im Zuge eines Mitarbeitergespräches. Zu den wichtigsten Kriterien einer Mitarbeiterbewertung zählen:

  • Arbeitsleistung
  • Arbeitsweise
  • Fachkompetenz
  • Arbeitserfolg oder Arbeitsqualität
  • Belastbarkeit
  • Motivation
  • Stärken
  • Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern, Kunden und Klienten

 

Die Bewertungspunkte können unterschiedlich sein. Legen Sie solche Kriterien fest, die für die Ausübung einer Stelle wesentlich sind. Dabei werden Fachwissen sowie methodische, persönliche und soziale Kompetenzen unterschieden. Um Missverständnissen vorzubeugen, empfiehlt es sich ein Mitarbeiterprofil zu erstellen. Dabei können Sie das Anforderungsprofil zugrunde legen, um die persönlichen Fähigkeiten des Mitarbeiters zu ergänzen.

Mitarbeiterprofil

Ein Mitarbeiterprofil zeigt, über welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen ein Mitarbeiter verfügt. In einem solchen Profil wird festgehalten, ob er die qualitativ erforderliche Arbeit erbringen kann oder fähig ist, ein Team zu leiten oder ein Projekt zu betreuen. Ebenso sollte ein Mitarbeiterprofil angestrebte Kompetenzen enthalten, sowie geplante Ausbildungen oder Kurse.

Dank eines Mitarbeiterprofils können Sie erkennen, welche Kenntnisse oder Fähigkeiten Ihren Mitarbeitern noch fehlen, um eine bestimmte Aufgabe in der Firma zu Ihrer Zufriedenheit zu erfüllen. Wenn Sie Mitarbeiterprofile anlegen, sind Sie in der Lage, Ihre Mitarbeiter richtig zu motivieren.

Sie können das Profil mit der sogenannten Kann-, Will-, Darf- und Soll-Methode erstellen.

  1. Notieren Sie, was Ihr Mitarbeiter kann. Welche Projekte hat er schon abgeschlossen? In welchen Bereichen hat er gearbeitet?
  2. Stellen Sie fest, was Ihr Mitarbeiter will. Was möchte er in Ihrer Firma erreichen? Welche beruflichen und privaten Ziele hat er? Interessiert er sich für seine berufliche Weiterentwicklung? Ist er mit seinem aktuellen Kenntnisstand zufrieden?
  3. Überlegen Sie, was Ihr Mitarbeiter darf. Welche Berechtigungen hat er schon und welche braucht er noch, um seine Aufgaben zu erfüllen? Welche Positionen kann er im Betrieb einnehmen?
  4. Stellen Sie fest, was Ihr Mitarbeiter noch lernen muss, um eine bestimmte Funktion im Betrieb zu erfüllen. Welche Kenntnisse muss er sich aneignen? Welche Seminare oder Schulungen muss er besuchen, um die ihm zugedachte Funktion im Betrieb ausüben zu können.

 

Beispiel für einen Exportverkäufer

KANN

WILL

Informationen gut analysieren

Vertriebsabläufe organisieren

mehr Verantwortung

neue Aufgaben

 

DARF

SOLL

Abschlüsse mit internationalen Kunden bis zu einer gewissen Höhe

technische Beratung machen

gemäß Unternehmensziel den Marktanteil erreichen.

neue Produkte auf dem Markt einführen

 


Mitarbeitergespräche

Die Mitarbeitergespräche finden meistens einmal im Jahr statt und geben beiden Gesprächspartnern die Möglichkeit einer Rückmeldung über ihre Arbeit. Das Gespräch mit dem Mitarbeiter sollte immer nach der Bewertung erfolgen, also nachdem Sie die Verhaltensweisen und Leistungen genau beobachtet, bewertet und dokumentiert haben. Auf diese Weise können Sie Ihre Beobachtungen und Beurteilungen anhand Ihrer Dokumentation sachlich erklären.

Es hängt maßgeblich von den Fragen ab, die Sie Ihren Mitarbeitern stellen, ob Sie nutzbare Informationen von Ihren Mitarbeitern erhalten werden. So könnte eine Agenda für das Gespräch aussehen:

 

Bilanz

Es soll geklärt werden, ob die Aufgaben vom letzten Gespräch erfüllt wurden.

 

Beispiel

Wie schätzen Sie Ihre geleistete Arbeit ein?

Was bewerten Sie positiv und negativ?

Wo sehen Sie die Gründe, warum Ziele nicht erreicht wurden?

Wo hätten Sie sich mehr Unterstützung gewünscht?

 

Arbeitssituation

Bei diesem Thema geht es um die Situation am Arbeitsplatz: Arbeitsorganisation, Arbeitsklima, Ausstattung, Arbeitsbelastung,

Arbeitsplatzgestaltung.

 

Beispiel

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Tätigkeit?

Fühlen Sie sich in Ihrem Tätigkeitsbereich überfordert?

Die Anschaffung welcher Arbeitsmittel würde Ihre Tätigkeit erleichtern?

Welche Konflikte beschäftigten Sie am Arbeitsplatz?

 

Führung und Zusammenarbeit

Dieses Thema betrifft die konkrete Zusammenarbeit zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.

 

Beispiel

Welche Aufgaben und Ziele hat Ihr Bereich? Werden sie Ihnen immer klar vermittelt?

Wie kann im Team die Zusammenarbeit verbessert werden? Welche Erwartungen haben Sie in Bezug auf die Führung durch Ihren Vorgesetzten?

 

Perspektiven

Dieses Thema ist auf die Zukunft gerichtet. Es soll besprochen werden, welche Ziele im Rahmen welcher Projekte im kommenden Jahr erreicht werden sollen und auf welche Weise.

 

Beispiel

Welche konkreten Aufgaben fallen im nächsten Jahr an?

Wünschen Sie sich bestimmte Fortbildungs- oder Schulungskurse?

Wo sehen Sie sich in der Firma in den nächsten drei Jahren?

Welche persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten wünschen Sie sich in der Firma?

 

Konkrete Vereinbarungen

Am Ende eines Mitarbeitergespräches sollen konkrete Vereinbarungen

stehen. Sie werden in einem vertraulichen Protokoll festgehalten, das von beiden Gesprächsteilnehmern unterschrieben wird.